Social Media Marketing beginnt nicht beim fertigen Produkt

Aus Angst Entwicklungsvorsprung zu verlieren, werden in den Sozialen Medien oft nur Produkte im Einsatz gezeigt. Das Interesse beim Kunden lässt sich jedoch steigern, wenn die Information schon früher beginnt.

Auf Facebook und Co. laufen Produktwerbungen rauf und runter. Meist handelt es sich dabei um fertige Produkte, die im Einsatz gezeigt werden. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Gerade die sozialen Medien eignen sich dazu, den Kunden und Interessenten schon viel früher mit einzubeziehen. Einblicke in die Produktentstehung, die beteiligten Personen und Bereiche sind für potentielle Kunden interessant und vertiefen die Beziehung.

Die Einwände dagegen sind groß. Entwicklungsvorsprung geht verloren, Nachahmer werden auf den Plan gerufen, der Markeintritt kann nicht eingehalten werden und andere Kontras führen dazu, dass es kaum zu Veröffentlichungen kommt. Allerdings ist der Blickwinkel der entscheidende Punkt. Geheimnisse und Vorteile müssen nicht preisgegeben werden. Aber es gibt eine Menge Möglichkeiten, hier dennoch Interessantes zu posten. Interviews, Mitarbeiterfotos am Arbeitsplatz, Broschüren- oder Filmausschnitte, Fotos von Teambesprechungen, Anwendungsfelder anreißen usw. Das ähnelt der Geburt eines Babys. Das Interesse steigt von Monat zu Monat und bei der Entbindung sind alle gemeinsam stolz.

Die frühzeitige Einbeziehung der Sozialen Medien bei der Produktentstehung steigert die Chance, dass neue Interessenten zu Käufern werden. Das sollte sich ein Unternehmen nicht entgehen lassen. Potentielle Neukunden erhalten die Information, hier kommt etwas, das auch für mich interessant sein kann. So kann er sich entscheiden, ob er die Produktentstehung abwartet und den Kauf verschiebt. Je teurer oder neuartiger ein Produkt ist, umso eher trifft diese Situation zu. Durch die Sozialen Medien können in kurzer Zeit weitaus mehr Personen erreicht werden, als es mit der Homepage möglich ist. Daher sollte es eine attraktive Möglichkeit für das Marketing sein, darüber die Zielgruppe zu erreichen.

Sanders Kolumne: Livevideos sind wie Lakritze – entweder man hasst oder liebt es!

Chef kommt zur Tür rein und meint, wir machen jetzt Livevideos! Sein Sohn macht das auch und der hat schon 3,7 Millionen Klicks auf Youtube. Das müssten wir ja auch hinbekommen – in dem Fall also ich…

Na super, Millionen Klicks auf Youtube! Wie soll das denn gehen? Ich warte ja immer noch auf den ersten Follower auf Facebook. Chef sieht mein ratloses Gesicht und sagt mir, ich soll mal mein Handy rausholen, er zeigt mir das Video von seinem Sohn. Ich hole das Handy raus und Chef bekommt erst mal einen Lachkrampf, zieht dann sein neuestes Modell aus der Tasche. Mit Swarovskisteinen drauf, ist klar. Ja soll er mir mal mehr Geld zahlen, dann kann ich mir auch eins mit Display leisten!

Musste danach erst mal zur Eva rüber um mich zu erholen. Mit so einem Video könnte ich auch 3,7 Millionen Klicks bekommen! Sein Sohn tanzt mit jeder Menge gutaussehenden Girls im Bikini auf einer schicken Yacht vor der Küste von Mallorca herum. Seine Yacht, äh – die von einem Freund ist der Hammer! Und das soll ich jetzt für Schrauben, Winkel und Kabelbinder machen? Liveübertragung quasi, damit mehr Leute zuschauen, sagt Chef. Das Feeling von dem Video seines Sohnes soll dabei rüberkommen, sagt Chef. Budget brauche ich dafür ja keines, ich hätte ja sowieso schon viel zu viel Geld ausgegeben, sagt Chef. Na danke!

Also ich finde Livevideos sind genauso wie Lakritze, die hasse ich auch. Nur muss ich jetzt was liefern. Ich habe eine tolle Szenerie aufgebaut mit Palmen, Schiff und einem Hai, alles aus der Playmobilkiste meines Sohnes. Die Eva spielt im Hintergrund auf der Flöte das Lied von Fluch der Karibik und ich filme das Ganze mit dem Handy vom Chef. Die Jessy wirft dann alle zwei Sekunden Schrauben, Winkel und Kabelbinder auf das Schiff, damit auch ein wenig Action rüberkommt. Chef läuft immer wieder ganz zufällig durchs Bild und zeigt seine Schokoladenseite. Ok, ich habe meine Meinung geändert. Macht ja eigentlich auch ganz viel Spaß und ich muss nicht die doofen Anfragen von den Kunden bearbeiten. Hat ja auch was für sich. Vielleicht liebe ich ja ab jetzt Livevideos!

Tolles Firmenvideo – aber die Klicks auf Youtube bleiben aus…

Viele Mittelständler folgen dem Trend, ein Firmenvideo zu erstellen. Jetzt wurde viel Zeit und Geld investiert, aber der erwünschte Erfolg bleibt aus. Millionen Klicks sind in weiter Ferne und was nun? Mit CROSSOVER MARKETING kann jedoch am Erfolg gearbeitet werden.

Wer sind wir und was machen wir? Diese Fragen sollen Firmenvideos anschaulich beantworten. Dazu werden Agenturen ins Boot geholt und fünfstellige Beträge bezahlt. Das Ergebnis sind mehr oder weniger gute Kurzfilme, die in wenigen Minuten die Firma vorstellen. Für den Auftraggeber ist das ein aufregendes Erlebnis, aber für alle andere eher weniger. Wieder ein Film mehr, na und?

Damit Unternehmensvideos auch zum Mehrwert für die eigene Firma werden, muss das Marketing den Blick über den Tellerrand hinaus richten. Es reicht eben nicht, das Video auf die Homepage zu stellen. CROSSOVER Marketing ist gefragt. Mehrere Kanäle müssen zusammen spielen und gute Ideen sind gefragt. Die Frage muss beantwortet werden, wie der Kunde zum Film kommt und was es bei ihm bewirkt. Er soll sich angesprochen fühlen, die Firma muss gut rüberkommen und gut in Erinnerung bleiben.

Ein neues Firmenvideo sollte in eine Kampagne eingebunden werden. CROSSOVER bedeutet, dass unterschiedliche Marketingwege miteinander verbunden werden. Postings auf Facebook und anderen Social Media Kanälen, Newsletter, Gewinnspiele, Rabattaktionen, Filmteaser, Einbindung in Präsentationen sind mögliche Wege. Extra Werbung für den Film durch Plakate, Karten, Werbegeschenke oder Aktionen tragen dazu bei, dass das Video nicht nur einmalig gebraucht wird. Millionen Klicks auf Youtube werden eher die Ausnahme bleiben. Wertvoller hingegen ist ein guter Eindruck bei den Kunden und denen, die es dadurch werden.