Social Media: Interne Freigabeprozesse verhindern schnelle Reaktionen

Mitteilungen nach außen müssen in vielen Unternehmen abgesegnet werden. Zu groß ist die Angst, ein falsches Wort könnte den Ruf ruinieren. Berechtigter Einwand, doch bei Social Media kommt man hier an die Grenzen.

Die Digital Natives leben und atmen Social Media, ohne sich dabei etwas Schlechtes zu denken. Ganz anders die Generation 40+. Hier gibt es verstärkt Abneigung und Bedenken, man würde zu gläsern werden, wenn man sich in den Kanälen bewegt. Und die Unternehmen möchten einen Shitstorm unter allen Umständen vermeiden. Deshalb gibt es bei Veröffentlichungen in Facebook & Co. interne Richtlinien, die leider dazu führen, dass eine schnelle Reaktion auf Kommentare von Lesern unmöglich wird.

Der Alltag in den kleinen und mittleren Unternehmen sieht oft so aus, dass Postings erst genehmigt werden müssen, bevor sie veröffentlicht werden. Wenn jedoch zu viele Personen an diesem Prozess beteiligt sind, dann bleibt der kleinste gemeinsame Nenner. Man geht beim Inhalt auf Nummer Sicher und das ist nicht unbedingt das, was die Leser interessiert. Meldungen wirken hölzern und nicht authentisch. Wenn nur die Produktbroschüre zitiert wird, um keinen negativen Kommentar zu provozieren, dann wird man damit keinen Follower generieren.

Facebook oder Twitter sind jedoch Kanäle, die eine schnelle Antwort erfordern. In kleineren Unternehmen betreut oftmals ein Praktikant diese Kanäle und muss jede Aktion abstimmen. Welcher Kommentar soll beantwortet werden und auf welche Weise? Die Sozialen Medien sind mächtige Instrumente, wenn man sie richtig nutzt. In den Unternehmen muss ein Umdenken entstehen, das auch Fehler zulässt. Schnelle Reaktionen sind wichtig und Shitstorms können auch eine Chance sein. Bei Stars und Sternchen heißt es nicht umsonst „besser eine schlechte Werbung als gar keine“. Mehr Aktivität bei größerer Befugnis für den Marketing Manager ist eine Notwendigkeit, die in vielen Unternehmen erst noch ankommen muss.

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